»Der Preis war überfällig« - Preisverleihung des Deutschen Personalräte-Preises 2010


Die Verleihung des ersten Deutschen Personal-räte-Preises am 9. November beim Schöneberger Forum des DGB in Berlin geriet zur Werbeshow für die Mitbestimmung im öffentlichen Dienst.

»Es ist höchste Zeit«, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Der Geschäftsführer des Bund-Verlages Rainer Jöde stimmte ein: »Der Preis war überfällig.« Gemeint ist der Deutsche Personalräte-Preis, den die Zeitschrift Der Personalrat und der DGB in Kooperation mit der HUK COBURG gemeinsam erstmals verliehen haben. Das richtige Ambiente bot das Schöneberger Forum, die traditionelle beamtenpolitische Tagung des Gewerkschaftsbundes am 9. November in Berlin.

Wertschätzung und Anerkennung, Respekt und Dank zogen sich als roter Faden durch die Laudatio der Vize-Chefin des DGB. Den Dienststellenleitungen sei die Beschäftigtenvertretung allzu oft ein Dorn im Auge, Personalräte müssten Anfeindungen ertragen. Ingrid Sehrbrock erinnerte an den Druck, den leere Kassen auf die Beschäftigten ausübten, und betonte: »Je stärker die Belastung wächst, desto wichtiger werden Personalräte.«

Text: Dorothee Beck
Fotos: Simone Neumann und Renate Stiebitz

Der Deutsche Personalräte-Preis honoriert dieses Engagement und soll andere Personalvertretungen dazu motivieren, sich innovativ und kreativ für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen – »auch in schwierigen Zeiten«, wie das Motto des diesjährigen Preises nahe legte. 59 Personalräte hatten sich mit ihren Projekten beworben. Die zehnköpfige Jury nominierte zwölf Gremien für die nicht dotierten Preise in Gold, Silber und Bronze sowie die Sonderpreise der HUK-Coburg und der DGB-Jugend. Kriterien waren die Auswirkungen für die Beschäftigten in der Dienststelle, die Durchführung und Beteiligungsorientierung des Projekts, seine Innovationskraft und seine Übertragbarkeit auf andere Dienststellen.

»Wer nach innen strahlt, tut das auch nach außen«, so hatte die Moderatorin Petra Schwarz zu Beginn des Schöneberger Forums den Wert von guter Arbeit umschrieben. Die PreisträgerInnen strahlten um die Wette, als sie die Urkunden und Trophäen entgegennahmen. Öffentliche Arbeitgeber sollten sich das zu Herzen nehmen.





Moderatorin Petra Schwarz entlockte den PreisträgerInnen Tipps aus ihren Projekten.



Preisverdächtig waren alle: Die Nominierten und TrägerInnen des Deutschen Personalräte-Preises 2010.



Gold geholt: Dorothea Schäfer, Irene Pasternak und Cetin Mogultay vom Hauptpersonalrat Gesamtschulen beim Schulministerium NRW.




Freuten sich über Silber: Personalrat Uwe Lommatzsch und Schwerbehindertenvertreter Andre Steffen von der Berliner Stadtreinigung.



Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde als Auszeichnung für ihr Engagement



Mit der Bronze-Trophäe: Bernd Becker und Josef Schumacher vom Hauptpersonalrat Polizei in Rheinland-Pfalz




Kein Störfaktor: Ingrid Sandhop und Jutta Hand vom Gesamtpersonalrat Bremerhaven holten den Sonderpreis der HUK-Coburg.



Wahlmann: Jan-Jörg Bachmann vom Personalrat der Bundesnetzagentur erhielt den Sonderpreis der DGB-Jugend.



"Der Deutsche Personalräte-Preis 2010 soll dazu beitragen, das Engagement von Personalräten gesellschaftlich wieder stärker bekannt und bewusst zu machen." (Zitat: Ingrid Sehrbrock)



»Die betriebliche Mitbestimmung gehört wesentlich zu unserer Arbeitsgesellschaft. Gerade in schwierigen Zeiten sind Personlräte nicht weg zu denken. Ihre Arbeit ist für Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unverzichtbar.

Der Deutsche Personalräte-Preis soll dazu beitragen, das Engagement von Personalräten gesellschaftlich stärker bekannt zu machen. Darum möchte ich alle Personalvertretungsgremien ermutigen, sich mit ihren Projekten zu beteiligen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!«

Ingrid Sehrbrock

Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes





Förderer des Deutschen Personalräte-Preises
HUK Coburg