»Es ist höchste Zeit«, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Der Geschäftsführer des Bund-Verlages Rainer Jöde stimmte ein: »Der Preis war überfällig.« Gemeint ist der Deutsche Personalräte-Preis, den die Zeitschrift Der Personalrat und der DGB in Kooperation mit der HUK COBURG gemeinsam erstmals verliehen haben. Das richtige Ambiente bot das Schöneberger Forum, die traditionelle beamtenpolitische Tagung des Gewerkschaftsbundes am 9. November in Berlin.
Wertschätzung und Anerkennung, Respekt und Dank zogen sich als roter Faden durch die Laudatio der Vize-Chefin des DGB. Den Dienststellenleitungen sei die Beschäftigtenvertretung allzu oft ein Dorn im Auge, Personalräte müssten Anfeindungen ertragen. Ingrid Sehrbrock erinnerte an den Druck, den leere Kassen auf die Beschäftigten ausübten, und betonte: »Je stärker die Belastung wächst, desto wichtiger werden Personalräte.«
Text: Dorothee BeckDer Deutsche Personalräte-Preis honoriert dieses Engagement und soll andere Personalvertretungen dazu motivieren, sich innovativ und kreativ für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen – »auch in schwierigen Zeiten«, wie das Motto des diesjährigen Preises nahe legte. 59 Personalräte hatten sich mit ihren Projekten beworben. Die zehnköpfige Jury nominierte zwölf Gremien für die nicht dotierten Preise in Gold, Silber und Bronze sowie die Sonderpreise der HUK-Coburg und der DGB-Jugend. Kriterien waren die Auswirkungen für die Beschäftigten in der Dienststelle, die Durchführung und Beteiligungsorientierung des Projekts, seine Innovationskraft und seine Übertragbarkeit auf andere Dienststellen.
»Wer
nach innen strahlt, tut das auch nach außen«, so hatte die Moderatorin Petra
Schwarz zu Beginn des Schöneberger Forums den Wert von guter Arbeit
umschrieben. Die PreisträgerInnen strahlten um die Wette, als sie die Urkunden
und Trophäen entgegennahmen. Öffentliche Arbeitgeber sollten sich das zu Herzen
nehmen.
»Die betriebliche Mitbestimmung gehört wesentlich zu unserer Arbeitsgesellschaft. Gerade in schwierigen Zeiten sind Personlräte nicht weg zu denken. Ihre Arbeit ist für Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unverzichtbar.
Der Deutsche Personalräte-Preis soll dazu beitragen, das
Engagement von Personalräten gesellschaftlich stärker bekannt zu machen.
Darum möchte ich alle Personalvertretungsgremien ermutigen, sich mit
ihren Projekten zu beteiligen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!«
Ingrid Sehrbrock
Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes